Wirtschaft – Wettbewerbsfähigkeit

Herausforderungen

Die Unternehmensstruktur der Region ist ganz entscheidend von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) geprägt. Von den insgesamt 20.500 Betrieben weisen etwa 18.200 weniger als 10, 20.000 weniger als 50 Beschäftigte auf. Von insgesamt etwa 131.000 Beschäftigten sind ca. 104.000 in Betrieben mit weniger als 250 Mitarbeitern tätig. Oft knappe personelle und finanzielle Ressourcen der KMU erschweren eine strukturierte und planvolle Entwicklung und insbesondere eine zukunftsorientierte Innovationstätigkeit nachhaltig. Sie bleiben vielfach dem Zufall überlassen oder werden von Kundenseite eingefordert. Eine strategisch ausgerichtete Innovationskultur ist nur in wenigen Fällen vorhanden. In Verbindung damit kommt erschwerend hinzu, dass gerade kleine Unternehmen auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels erheblich steigende Probleme bei der Gewinnung von Mitarbeitern haben; ihre Attraktivität als Arbeitgeber ist vergleichsweise gering.
Für die aus regionaler Sicht sehr bedeutsamen Gastronomiebetriebe und andere touristische Leistungsanbieter gelten diese Herausforderungen in noch verstärktem Maße. Für sie liegen zentrale Herausforderungen in der Anpassung an ständig steigende Service- und Qualitätsanforderungen und einem damit immer wieder verbundenen Investitionsbedarf – aktuell etwa im Hinblick auf das Thema Barrierefreiheit.

Adressaten

Adressaten dieses Handlungsfeldes sind damit eindeutig die kleinen und mittleren Unternehmen aller Branchen der gesamten Region. Sie sichern für die Menschen Arbeit und Einkommen vor Ort und generieren regionale Wertschöpfung und Steuereinnahmen.

Handlungsansätze

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass sowohl an systematischer Investitionsförderung wie auch an einer sehr bedarfsorientierten, aufsuchenden Innovationsberatung hohes Interesse besteht. Vor diesem Hintergrund sollen im Rahmen der Regionalen Entwicklungskooperation drei Handlungsansätze mit Priorität verfolgt werden.

Trotz Wegfall der EU- / Landesförderung soll die Investitionsförderung für KMU angesichts des großen Erfolges gemeinschaftlich allein mit kommunalen Mitteln fortgeführt werden. Vor dem Hintergrund der deutlich reduzierten Mittelausstattung sind allerdings Einschränkungen unvermeidlich. Ebenso soll die seit Jahren bewährte und von allen vier Landkreisen gemeinsam getragene Technologietransferberatung fortgeführt werden. Dabei werden den  Unternehmen nach Erstgespräch und Bedarfsanalyse vor Ort auf Wunsch geeignete Experten bzw. Hochschulpartner für die Unterstützung bei Innovationsprojekten benannt, Fördermöglichkeiten aufgezeigt oder auch Studenten vermittelt. Außerdem bietet die durch die Größe der Region vorhandene Anzahl der Betriebe auch die Möglichkeit zu betriebsübergreifender Zusammenarbeit. Unternehmensbesuche, Fachseminare und Technologietransfertage runden das Angebot ab. Eine Neuausrichtung ist für die regionale Fachkräfteinitiative geplant. Neben der Fortführung und Weiterentwicklung der von 2012 – 2015 betriebenen Fachkräfteinitiative Weserbergland plus soll die angebotene Unterstützung des Landes für den Aufbau eines regionalen Fachkräftebündnisses auf Grundlage der Fachkräfteinitiative Niedersachsen genutzt werden. Unter der Leitung des REK-Lenkungsgremiums sollen die regionale Fachkräfteversorgung und die dafür notwendigen Strukturen verbessert und gleichzeitig die Fachkräfteinitiative Niedersachsen auf regionaler Ebene verankert werden.

Akteure / Umsetzungspartner

Schlüsselakteure für die Umsetzung der geplanten Handlungsansätze sind ganz wesentlich die Einrichtungen der Wirtschaftsförderung auf Ebene der Kommunen und insbesondere der Landkreise sowie die Kammern und Tourismusorganisationen sowie von ihnen ggf. beauftragte Experten und Gutachter.

Ziele

Auch für dieses Handlungsfeld sind unter den Beteiligten einvernehmlich
quantifizierte Ziele definiert.

  • Im Rahmen des Technologietransfers sollen jährlich mindestens 20 Kooperationsprojekte zwischen regionalen KMU und geeigneten Hochschulpartnern initiiert und durchgeführt werden.
  • Im Rahmen der Fortführung von proInvest sollen jährlich 50 Unternehmensprojekte mit einem durchschnittlichen Fördervolumen von 23.000 Euro unterstützt werden.
  • Über das geplante Fachkräftebündnis sollen acht Teilprojekte mit insgesamt mehr als 60 Maßnahmen unterstützt werden.
  • Mit Blick auf den Tourismus sollen jährlich mindestens 15 Unterkunfts- und / oder Gastronomiebetriebe die Vorgaben des Landestourismuskonzepts zur Barrierefreiheit erfüllen.