Region – Ländliche Entwicklung

Herausforderungen

Die vier Landkreise der Regionalen Entwicklungskooperation sind eindeutig ländlicher Raum. Vorhandene Städte mit teilweise mittel- und oberzentralen Funktionen und ausgeprägte Industriestandorte widersprechen dem nicht; sie sind vielmehr integraler Bestandteil dieses Raumes. Auf einer Fläche von ca. 3.500 km2 – weit größer als das Saarland – unterstreichen der hohe Anteil an Landwirtschaftsfläche und insbesondere der im Landesvergleich sehr hohe Waldanteil diese Zuordnung sichtbar. Sichtbar und prägend für das Bild der Landschaft und der Dörfer und Städte ist auch die regionale Baukultur, insbesondere die eindrucksvollen und auch für den Tourismus höchst bedeutsamen Bauten der Weserrenaissance. Landschaft, Orte und Baukultur stehen aufgrund eines teilweise als extrem prognostizierten demografischen Wandels unter erheblichem Druck. Flächenverbrauch auf der einen und Leerstand auf der anderen Seite gefährden die regionale Attraktivität, unter anderem mit der Gefahr des Wertverfalls der Immobilien. Öffentliche und private Mittel reichen oftmals nicht aus, um regional bedeutsame Substanz zu erhalten und zu pflegen.

Adressaten

Kommunen wie private Immobilieneigentümer sind in dieser Situation mit besonderen Herausforderungen und besonderer Verantwortung konfrontiert, zu deren Bewältigung auf REK-Ebene beigetragen werden soll. Die Arbeitsgrundlage dafür bildet das raumstrukturelle Leitbild, das im Jahre 2012 im Rahmen des Modellprojekts Planungskooperation entwickelt worden ist.
Handlungsansätze Handlungsansätze werden zunächst auf drei Ebenen gesehen. Ausgangspunkt ist dabei die weitere Sensibilisierung kommunaler Entscheidungsträger für die Leerstandsproblematik. Dazu wird eine möglichst flächendeckende Beteiligung an dem im Modellprojekt „Umbau statt Zuwachs“bereits erarbeiteten Baulücken- und Leerstandskataster angestrebt, das dann eine zentrale Arbeitsgrundlage für weitere Planungsmaßnahmen bildet – auch, weil es ohne Erhebungsaufwand die demographische Struktur in Karten sichtbar macht. Als weiterer und zentraler Handlungsansatz wird die Entwicklung eines kommunalen Innenentwicklungsfonds angesehen, wie er im Modellprojekt „Umbau statt Zuwachs“ entworfen und vom Landkreis Nienburg / Weser vorbereitet worden ist. Ziel ist die Entwicklung und Erprobung eines Instruments, mit dem im interkommunalen Verbund Maßnahmen zur Innenentwicklung in den Orten (Abbruch, Sanierungskonzepte oder ähnliches) durch „Ausgleichzahlungen“ für Außenentwicklungsmaßnahmen „auf der grünen Wiese“ kompensiert und damit nachhaltige Anreize für die Innenentwicklung gegeben werden können. Einen dritten Handlungsansatz bilden schließlich Maßnahmen für private Immobilieneigentümer, mit denen die sach- und fachgerechte Erhaltung und Pflege vor allem von regionaltypischer Bausubstanz unterstützt werden kann. Ein Beispiel dafür stellt der Monumentendienst Weserbergland aus dem Landkreis Holzminden dar, mit dem Eigentümer regionaltypischer bzw. ortsbildprägender Gebäude zur fachgerechten Sanierung auch in energetischer und altersgerechter Hinsicht beraten werden. Damit wird ein Beitrag zum Werterhalt und zur Sicherung attraktiver Ortsbilder geleistet, die auch unter touristischen Gesichtspunkten von großer Bedeutung sind.

Akteure / Umsetzungspartner

Schlüsselakteure für die Realisierung dieser Handlungsansätze sind zum einen die Kommunen und die Regionalplaner der Landkreise. Zum anderen kommt den teilräumlichen Kooperationen, die im Rahmen von LEADER / ILE Konzepte zur integrierten ländlichen Entwicklung erarbeitet haben, eine Schlüsselrolle zu. Diese fünf Kooperationsräume agieren unmittelbar vor Ort und messen der aktiven Innenentwicklung und dem Rückbau hohe Bedeutung bei. Entsprechende Aktivitäten haben sie in ihren Kosten- und Finanzierungsplänen bis 2020 berücksichtigt. Wichtiger Umsetzungs- / Ausführungspartner ist in diesem Kontext auch das regionale Bauhandwerk.

Ziele
Quantifizierte Ziele, die in diesem Handlungsfeld bis 2020 erreicht werden
sollen, sind:

  • Mindestens 75 % der Gemeinden der vier Landkreise verfügen über ein Baulücken- und Leerstandskataster, das mindestens für die Analyse der Altersstruktur auf Ortsebene angewandt wird.
  • Mindestens 30 % der mit der Bauleitplanung befassten Gemeinden eines jeden Landkreises beteiligen sich an dem interkommunalen Innenentwicklungsfonds.
  • Zumindest die Vorstände der fünf lokalen Aktionsgruppen LEADER / ILE treffen sich wenigstens halbjährlich zum Erfahrungsaustausch

und verständigen sich auf mindestens zwei Kooperationsprojekte zur Innenentwicklung. 

Posterausstellung: Ländliche Entwicklung

Laendliche_Entwicklung.pdf